LANDESZEITUNG
der Lüneburger Heide vom 20. Juli 2005
In der Kurve überrascht Cordes seine Gegner
Lüneburger
gewinnt Deutsche Senioren-Meisterschaft über 5000 m
upo
Lüneburg. Es lief optimal, denn er lief optimal - Heinz-Dieter
Cordes vom MTV Treubund wurde bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften
der Leichtathleten in Vaterstetten Deutscher Meister über
5000 Meter, holte zudem Bronze über 1500 Meter. Damit gelang
dem Lüneburger die Generalprobe für die Weltmeisterschaften
im Herbst in San Sebastian eindrucksvoll.
"Es hat gut geklappt, vor allem, weil alles am Start war,
was Rang und Namen hatte", freute sich Cordes, der noch vor
dem Lauf Bedenken hatte. Es war über 30 Grad warm, es hatte
vorher geregnet, so herrschte eine drückende Schwüle.
Zudem hatte Peter Lessing, Senioren-Weltrekordler über 10
000 Meter und mehrfacher Europameister, kurzfristig nachgemeldet.
Als dann Edmund Schlenker die ersten beiden Runden extrem schnell
anging, schwante Cordes schon Böses. Doch
dann nahm Lessing die Pace raus. Nach zwei Kilometern reichte
es Cordes, der Lüneburger begann Ernst zu machen. Er setzte
sich an die Spitze und hielt diese bis 600 Meter vor Ziel. "Ich
laufe gern von der Spitze, kann dann die Gegner besser kontrollieren."
Selbst als der spätere Zweite und Dritte, Herbert Ciszewski
und Dietmar Schäfer, den MTV-Läufer überholten,
blieb er cool. "Ich hatte noch ein bisschen Luft." Die
setzte er 200 Meter vor Schluss ein, überholte - ungewöhnlich
- in der Kurve, setzte sich so die entscheidenden acht Meter ab,
die er bis ins Ziel rettete. "Ich war am Donnerstag noch
fünfmal 200 Meter gelaufen, das hat sich beim Endspurt ausgezahlt",
so der zufriedene Cordes.
Mit
der Zeit von 17:45,48 Minuten war der Zollbeamte zufrieden, zumal
er damit seinen eigenen Kreisrekord um 15 Sekunden verbesserte
und in diesem Jahr noch nicht besser lief. "Ich hoffe, dass
ich bei der WM noch einmal ein paar Sekunden schneller bin",
so Cordes, der über die gesamte Veranstaltung nur Gutes zu
berichten hatte.
Das
lag sicher auch an der Bronzemedaille, die der Lüneburger
einen Tag nach dem Gold-Lauf noch über 1500 Meter dazubekam.
"Ich hatte dicke Beine vom Vortag, sodass ich über Platz
drei sehr glücklich war." Cordes blieb unter fünf
Minuten (4:58,39), hatte nicht mehr die Kraft, länger als
zwei Runden mit dem späteren Sieger Ulrich Grönhardt
und dem Zweiten Wolfgang Beyer-Maidhof mitzuhalten. Doch das war
ihm schnuppe, denn einen Titel hatte er ja längst in der
Tasche.
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