LANDESZEITUNG der Lüneburger Heide vom 6. September 2005
Silber die
Krönung für Cordes
Auch Carola Petersen und Uwe Kurfürst überzeugen
bei Leichtathletik-WM der Senioren
so
Lüneburg. Tolle Eindrücke, starke Leistungen und eine
Mannschafts-Silbermedaille für Heinz-Dieter Cordes - die
Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Senioren im nordspanischen
San Sebastian waren für drei Lüneburger Aktive ein unvergessliches
Erlebnis. Neben Cordes starteten Uwe Kurfürst im Marathon
und Carola Petersen im Diskuswerfen und Kugelstoßen.
Seine Abschiedsvorstellung auf internationaler Bühne gab
dabei Heinz-Dieter Cordes in der Altersklasse M 60. "Es war
wohl meine letzte WM. Ich will künftig etwas kürzer
treten", so Cordes. Dabei fehlten ihm und seinen Mannschaftskollegen
Edmund Schlenker und Peter Lessing nur 39 Sekunden zu WM-Gold
im Crosslauf über 8,2 km. Den Titel holten in einer Zeit
von 1:32,25 Stunden die Spanier (die Zeiten der einzelnen Läufer
wurden addiert). Deutschland kam in 1:33,25 auf Platz zwei. Cordes
lief 31:16 Minuten, was im Einzelklassement den respektablen achten
Rang bedeutete.

Die deutsche
Cross-Mannschaft mit Peter Lessing, Heinz-Dieter Cordes und Edmund
Schlenker (v.l.) bei der Siegerehrung.
Doch
der Lüneburger absolvierte noch zwei weitere Starts. Über
5000 m wurde er mit persönlicher Saisonbestleistung von 17:30,21
Minuten unter insgesamt 87 Läufern Vierter. Weltmeister wurde
der Spanier Emilio de la Camara. Über 1500 m erreichte Cordes
den Endlauf und wurde dort erneut mit Saisonbestleistung Fünfter
(4:51,17 Minuten). Weltmeister wurde Ulrich Grönhardt (Bayern/4:44,44).
Die klimatischen Bedingungen waren nicht immer einfach. "Wir
hatten teilweise schon morgens um 9 Uhr Temperaturen von 30 Grad",
berichtet Cordes, "aber es waren tolle Titelkämpfe.
Ich bin mehr als zufrieden."
Zu einem ähnlichen Fazit kam Carola Petersen, die in der
Altersklasse W 45 startete. Und das, obwohl sie in der Nacht vor
dem Kugelstoß-Wettkampf "Montezumas Rache", also
eine Magen-Darm-Grippe, ereilte. Medikamente nahm sie nicht. "Man
weiß ja nie, ob davon was auf der Doping-Liste steht",
sagt Carola Petersen. Lüneburgs ehemalige Sportlerin des
Jahres nahm all ihren Willen zusammen und stieß die Kugel
auf die Kreisrekord-Marke von 11,14 m, was für Platz vier
reichte. "Es hat noch gut geklappt. Ich bin total zufrieden",
so Carola Petersen. Gold ging mit 11,95 m an C. Finsrud (USA).
Im Diskuswerfen kam Carola Petersen, nachdem sie durch die Krankheit
drei Kilo abgenommen hatte, mit 28,80 m auf Rang sieben.
Einen Wettkampf der ganz harten Sorte absolvierte Uwe Kurfürst.
Er startete im Marathon der M 40. Eine Tortur sind die 42,195
km ohnehin schon. Bei mehr als 30 Grad und vor allem mit starkem
Berufsverkehr, der in den Straßen parallel zur Strecke floss,
wird das ganze aber noch heftiger. Von 137 Startern kamen nur
78 ins Ziel, der Rest gab auf. Kurfürst hielt durch, wurde
in 3:29,19 Stunden 56.