LANDESZEITUNG der Lüneburger Heide vom 22. März 2006
Eine Medaille aus dem Stand
Trotz Rückenverletzung belegt Carola Petersen dritten Platz im Kugelstoßen
bei Senioren-WM
upo Adendorf. Wieder stoppte sie eine Verletzung, und wieder hielt sie durch, und wieder holte sie eine Medaille - wie bei den Deutschen Meisterschaften wurde Carola Petersen (TSV Adendorf) bei den Senioren-Weltmeisterschaften der Leichtathleten im österreichischen Linz Dritte im Kugelstoßen der W 45, erreichte zudem Platz vier mit dem Diskus.
Beim Einwerfen zum Diskuswettbewerb bemerkte die Uni-Mitarbeiterin ein Ziehen im linken Oberschenkel. Beim Andrehen zum vierten Versuch knackte es im Becken (Illiosakralgelenk-Blockade) und vom Oberschenkel bis Rücken verkrampfte die linke Seite unter heftigen Schmerzen. Das war's für den Wettkampf, mit 29,40 m belegte Carola Petersen den vierten Platz. Es gewann Ulrike Engelhardt aus Deutschland mit 39,28 m vor der Britin Claire Cameron (32,89 m).
In den nächsten beiden Tagen gab es das volle physiotherapeutische Programm, verteilt auf sieben Stunden, an Training war nicht zu denken. Massagen, Strom, Salbenverbände, Akupunktur sowie homöopathische Tropfen - Carola Petersen fühlte sich mehr als Patient denn als Sportler.
Pink getapt wie ein Streifenhörnchen schickten sie die Physiotherapeuten zum Kugelstoßen und schickten ihr mit auf den Weg: "So, du gehst da jetzt hin und holst eine Medaille." Mit gequältem Lächeln ging Lüneburgs Sportlerin des Jahres 2003 ins Aufwärmzelt. Sie konnte nicht laufen, stellte sich auf sechs Standstöße ein. "Ein Nachteil, aber ich wollte diese Medaille", erzählt Carola Petersen. Heraus kamen 10,65 m aus dem Stand. "Das war richtig gut unter diesen Bedingungen." Und es reichte zur ersehnten Bronzemedaille.
Es gewann Helma Teuscher mit 12,40 m vor der Deutschen Hallenmeisterin von 2006, Ulrike Engelhardt (10,90 m).
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